Kirschkern & Compes –
"Mit Alice ins Wunderland"
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Mit Alice im Wunderland

Konrad oder das Kind aus der KonservenbüchseMit Alice im WunderlandMit Alice im WunderlandMit Alice im Wunderland

 

Plakat Mit Alice im Wunderland

Mit Alice ins Wunderland

frei nach Lewis Caroll

Inszenierung: Karl-Heinz Ahlers
Kostüm: Renate Kos

Musik: Stefan Wiegand

Bühne: Marcel Weinand

Mit: Judith Compes, Sabine Dahlhaus

 

Premiere: 3. November 2013, Hamburg

 

 

 





Inhalt:

Wasser plätschert, ein Tennisball ploppt: Judith Compes und Sabine Dahlhaus erschaffen spielerisch und musikalisch die Atmosphäre jenes heißen Sommertages, an dem Alice sich aus Langeweile ins Wunderland phantasiert.
Und genauso kopfüber, wie Alice einem weißen Kaninchen hinterher ins Kaninchenloch fällt, stürzen sich die beiden Spielerinnen in die Erzählung und Darstellung der Geschichte von „Alice im Wunderland“. Sie erleben, wie Alice einer mürrischen Raupe, einer unsichtbaren Grinsekatze und einem verrückten Hutmacher begegnet und gar nicht mehr weiß, wer sie ist. Sie spielen sich klein und groß und wieder klein, um Alice endlich durch die winzige Tür zu folgen, die in den wunderschönen Garten führt.
Doch als sie dort mit Alice auf die „Kopf ab!“ schreiende Herz-Königin treffen und Alice sich widersetzt, geraten sie in einen so heftigen Streit, dass sie fast selbst den Kopf verlieren. Sonderbar. Aber bei Alice im Wunderland ist ja alles sonderbar!

 

Presse

„Mit Alice ins Wunderland
Von Dagmar Ellen Fischer, Kulturjournalistin


„Nag‘, nag‘. Hoppel, hoppel.“ Das berühmte weiße Kaninchen aus dem Buch „Alice im Wunderland“ hoppelt nagend über die Bühne und spricht Comic-Sprache – sofort müssen die Kinder im Publikum lachen! Als es wenig später in seinem Bau verschwindet, folgt ihm nicht nur Alice: Sämtliche Zuschauer ab sieben Jahren tauchen tief in die Geschichte ein.
Ein sprechendes Kaninchen in Eile mit einer Uhr in der Pfote – das hat Alice noch nie gesehen. Und so krabbelt das Mädchen neugierig hinter ihm her und erlebt unterirdisch 50 Minuten lang absurdeste Abenteuer: Zunächst schrumpft Alice auf die Winzigkeit von drei Zentimetern – „das ist eine sehr schöne Größe“, findet die Raupe, die ebenso klein ist. Doch Alice ist unglücklich, weint einen kleinen See voller Tränen, in dem sie als Winzling fast zu ertrinken droht. Nach einer wenig erfreulichen Begegnung mit der Grinsekatze platzt das Mädchen in eine sehr englische Teeparty, auf der ein völlig verrückter Hutmacher sie ständig von einem Stuhl zum nächsten scheucht. Doch erst das Treffen mit der Herz-Königin wird wirklich unangenehm: Nicht genug damit, dass die herrschsüchtige Dame ihre Untergebenen, die Spielkarten Pik 7 und Pik 2, dazu zwingt, sämtliche Rosen rot anzumalen, nein, sie hat auch großen Spaß daran, alle anderen zu piesacken. Mit einem energischen „Kopf ab“ lässt sie ihre Untertanen von der (Karten)Spielfläche verschwinden – und droht Alice Ähnliches an…
Die abenteuerliche Geschichte von Lewis Carroll gehört seit 150 Jahren zur Weltliteratur, unzählige Film- und Theateradaptionen entstanden. Und doch erzählt die freie Hamburger Gruppe „kirschkern & COMPES“ sie auf völlig neue Weise: Judith Compes und Sabine Dahlhaus übernehmen abwechselnd die Rolle der Erzählerin und verwandeln sich spielend in sämtliche Weggefährten von Alice. Beide erschaffen das Wunderland mit Hilfe der verlässlichen Fantasie ihres jungen Zielpublikums, daraus können bekanntlich ganze Universen entstehen. Wenn Alice alias Sabine Dahlhaus von oben herab mit einem Fernglas betrachtet wird, schrumpft sie in den Augen der Zuschauer auf wenige Zentimeter. Und sobald Judith Compes als Herz-Königin den Kaffeewärmer auf dem Kopf und die herzförmige Brille auf der Nase hat, ist sie ebenso lächerlich wie lustig und verliert jegliche Bedrohlichkeit. In der Regie von Karl-Heinz-Ahlers ist eine wunderliche Theaterreise entstanden, die den Alltag tatsächlich draußen, also außerhalb des Kaninchenbaus lässt. Dafür sorgen das maßvolle Bühnenbild von Marcel Weinand ebenso wie die wandelbaren Kostümideen von Renata Klos. Doch vor allem die überbordende Spielfreude der beiden Darstellerinnen, die leichtfüßig zwischen dem kurzen Aufgehen in einer Rolle und ruhigem Erzähltheater hin und her springen. Lewis Carroll hätte es gefallen!