Theater R.A.M. -
"Beauty Or Beast" – zurück zur Arbeit

Theater Fata Morgana - Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

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Beauty Or Beast

Englischsprachiges Theaterstück mit viel Musik für Kinder
der Klassen vier bis sechs

 

Regie: Karl-Heinz Ahlers
Stückfasung: Karl-Heinz Ahlers, Manuela Hörr und Mark Roberts
Darsteller und Musik: Manuela Hörr und Mark Roberts

Kostüme: Konstanze Böhm
Ausstattung: Ines Glawe




Inhalt:

Dr. Tale und Mrs. Fairy erforschen die Schönheit. Wie schön ist die Schöne? Wie biestig ist das Biest? Wie freundlich kann ein Biest sein, wie zickig eine Schönheit? Wer ist das Biest und wer sieht nur so aus?

Die beiden Wissenschaftler stellen sich diesen Fragen, und sie stellen sich auch dem Märchen »Beauty and the Beast«. Zwangsläufig unterwerfen sie sich dem Drang jeder Märchenfigur, sich zu verwandeln. Sprich: sie ziehen unmögliche Klamotten an und alberne Perücken. Und sie lassen das märchenhafte glückliche Ende über sich ergehen. Am Ende wird das Monster also zurückverwandelt, anders geht es ja nicht. Oder doch? Wollen wir das denn?

Musik ist wie immer ein integraler Bestandteil der Geschichte: Mit Musik kann man auch komplizierte Wissenschaft erklären, geht ja in der Sesamstraße auch. Das Biest zeigt über die Musik Einblicke in sein Seelenleben. Und Beauty erkennt natürlich über das gemeinsame Singen die wahre Schönheit im zotteligen Monster.

 

Presse

 

"Wer will schon von einem Beast geküsst werden?

Theater R.A.M. fragt mit Witz und Intelligenz auf englisch im Theo nach schön oder hässlich


Man schiebe die Nase ein Stück in Richtung Mund und rücke die Augen einwenig zusammen. Schon wird aus dem gerade noch ebenmäßigen Gesicht eine schiefe Visage. Aus schon wird ziemlich hässlich. Oder schön hässlich?

Theater R.A.M. spürt Kategorien und Maßstäben von Äußerlichkeiten nach und stellt spielerisch ein kleines Kunstwerk auf die Bühne im theo des Stadttheaters. „Beauty or Beast“ – die Betonung liegt auf dem oder – ist informatives Lehrstück, bezaubernde Komödie, uraltes Märchen und perfekter Englischunterricht in einem. Kostümbildnerin Constanze Böhm sorgt für eine Perückenschlacht, und Roberts zupft sich charmant mit Guitalele durch die Genres.

 

50 Minuten, die nicht nur dem Zielpublikum – Kids zwischen 9 und 12 Jahren – locker und gut getimt zu Ein -und Ansichten verhelfen. Sondern auch Erwachsenen das Herz aufgehen lassen. In dieser quicklebendigen und intelligenten Inszenierung von Karl-Heinz Ahlers knüpfen Manuela Hörr und Mark Roberts in Originalität , Kreativität und Schwung an ihren theatralen Hit „Die Lauscher“ an.

 

Und wenn man weiß, dass diese Geschichte um Beauty und Beast aus Improvisationen um die französische Volkssage „La Belle et la Bete“ aus dem 18. Jahrhundert entstanden ist, dann wird deutlich, wie viel Erfahrung und Routine das Theater R.A.M. in die Waagschale wirft. Denn so einfach ein Märchen nachspielen, das ist Hörr, Roberts und Ahlers zu langweilig. Sie wollen eine Botschaft, das Ganze dann noch auf Englisch und mit Musik. Regisseur und Akteure setzen auf direkte Ansprache ihrer Zuhörer. Die Texte sind einfach, die Aussprache ist langsam und deutlich. Alles wird zusätzlich gestisch und mimisch untermalt nach dem Motto: Die fremde Sprache wird einfacher, wenn man sie mit allen sinnen erfasst. Das wirkt nie aufgesetzt oder oberleherhaft. Was wiederum zum einen am Spaß und der Spielfreude liegt, den das erfahrene Duo auf die Bühne bringt. Manuela Hörr blitzt der Schalk aus den Augen, und Mark Roberts schmeißt sich mit herrlicher Übertreibung in seine Rollen.

 

Zum anderen sind es die Ideen, die da sprießen. Die Weißkittel Frau Fairy und Herr Tail (Fairytales sind Märchen) servieren eine lesson in Tierkunde, die in den Top 3 der Bauties und Beasts mündet. Hörr als Swan und Roberts als Black Beauty muß man gesehen haben. Nach diesem überkandidelten wissenschaftlichen Prolog, der im Epilog wieder aufgenommen wird, darf nachgespielt werden. Natürlich nicht buchstabengetreu.

Zum Schreien, was Roberts aus seiner Guitalele außer toller Musik sonst noch rausholt: Sie wird ipad, ipod, iphone, X-Box und Playstation. Zum Beast mutiert der Prinz mittel eines Gummibands im Gesicht, weil er arrogant und oberflächlich ist.

Die Schöne, die ihn per Kuss erlösen soll, sucht er zum Beispiel in einer Disco, in der sich Hörr mit blauen Haaren nach „Dancing Queen“ wiegt. Nd ebenso wenig vom hässlichen Typ geküsst werden will wie das Girl of Ipanema, das sich am Strand sonnt, oder die Popcorn mümmelnde Brillenschlange im Kino.

 

Hinter all der Comedy steckt die Botschaft, das Einsamkeit und Traurigkeit eben böse – in diesem Fall hässlich – machen. „Poor Beast, no love, no kiss, no girl.“ Der Blick hinter das gruselige Äußere kann aber schöne Seiten zum Vorschein bringen. Dass es dann doch einen Kuss gibt und aus dem Zottelmonster wieder ein schöner Prinz – wenn auch im Kittel – wird, ist der Volkssage geschuldet. Ein bisschen Authentizität muss sein. Nur ein bisschen."

Hildesheimer Allgemeine 29.03.2014