Theater Plan B
"Drop City Nord" – zurück zur Arbeit

Theater Plan B - Drop City Nord

Theater Plan B - Drop City NordTheater Plan B - Drop City NordTheater Plan B - Drop City NordTheater Plan B - Drop City NordTheater Plan B - Drop City Nord

 

Plakat Drop City Nord; Design: Andreas Lippelt; Popular Culture

Drop City Nord

frei nach T.C. Boyle

Regie: Karl-Heinz Ahlers
Darsteller: Sarah Bühlmann, Vivien Bullert, Oliver Dressel, Thomas Esser, Hartmut Fiegen
Musik: Thomas Esser / Video: Steffen Dost
Bühne: Marcel Weinand / Licht: Kirsten Rohlof
Kostüm: Jeannine Simon

Grafikdesign: Andreas Lippelt; Popular Culture

Fotografie: Andreas Hartmann

 

Premiere: 23. Juni 2004

Theaterhaus Hildesheim

 



Inhalt:

Liebe statt Kriege
Im Gegensatz zu den Schimpansen sind bei den harmoniesüchtigen, friedliebenden Bonobos organisierten Bandenkriege, Mordanschläge unter Artgenossen oder Vergewaltigungsszenen eher selten zu beobachten. Das mag an ihrer zugegebenermaßen recht unkonventionellen Antiaggressions-Therapie liegen. Frei nach dem Hippi-Credo "Make love, not war" werden Konflikte durch sexuelle Handlungen gelöst. Sex ist dabei diplomatisches Mittel zum Zweck und dies in jeglicher Kombination: Männchen mit Weibchen, Männchen mit Männchen, Weibchen untereinander und Ältere mit Jüngeren. Masturbation und Onanie besänftigen aufgestauten Ärger, Gruppensex und Homosexualität stärken den familiären Zusammenhalt, soziale Bindungen und den Frieden in der Gemeinschaft. Dient der Sex vielleicht nicht nur zur Fortpflanzung, sondern auch wie beim Menschen zum reinen Lustgewinn? Sind Bonobos mit einer genetischen Übereinstimmung von 98,4 Prozent auch im Verhalten menschlicher als angenommen? Viel Zeit bleibt Anthropologen und Soziologen nicht, um diese Fragen zu beantworten. Denn die Bonobos, die nur im Kongobecken Afrikas vorkommen, stehen mit einem kümmerlichen Rest von geschätzten 3.000 Individuen am Rande der Ausrottung.

Freie Liebe
" Die Wortzusammenstellung "Freie Liebe" wurde im 19. Jahrhundert geprägt als Bezeichnung für Sexualität, sexuelle Beziehung sowie Formen des Zusammenlebens mit einer (mutmaßlichen) sexuellen Komponente, die sich jenseits von hegemonialen Moralvorstellungen, wie z.B. dem bürgerlichen Eheideal oder des damaligen viktorianischen Puritianismus in Sexualfragen, bewegte. Dabei war in der Bezeichnung Freie Liebe je nach politischen, religiösen und moralischen Standort des Benutzers/der Benutzerin immer ein Werturteil mit enthalten, das von dem Verdikt der Zügellosigkeit, Dekadenz und moralischer Entartung bis zur Rückkehr nach vermeintlich "natürlichen" Verhältnissen und der Etablierung einer selbstbestimmten Sexualität, frei von äußeren Eingriffen und rückständigen, überholten, irrationalen Normierungen reichte." (Hubert van den Berg in: "Lexikon der Anarchie")