Theater Plan B -
"Mein Gammelfleisch" – zurück zur Arbeit

Theater Fata Morgana - Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

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Mein Gammelfleisch

Eine Verfallstudie

 

Regie: Chris Weinheimer
Darsteller: Karl-Heinz Ahlers, Thomas Esser, Hartmut Fiegen & Andrea zum Felde

Ausstattung: Katharina Philipp
Premiere: 26.09.2014



Inhalt:

2015, ein Jahr der Freude, ein Grund zum Feiern! Denn vor genau 20 Jahren begann die bis heute anhaltende gemeinsame Theaterarbeit von Karl‐Heinz Ahlers, Thomas Esser und Hartmut Fiegen. Das anstehende Jubiläum bietet nun Anlass für eine Bestandsaufnahme ‐ Wo stehen wir heute mit unserer Kunst? Welchen Wert, welche Relevanz hat unsere Arbeit? Wo ist unsere Position im deutschen Theatergeschäft? Interessiert sich überhaupt noch jemand für uns in einer Theaterwelt, die immer mehr den Gesetzen der Popkultur und den diesen entsprechenden Marktmechanismen zu unterliegen scheint? 

 

Vom Blick auf die eigenen beruflichen Überlebens‐Chancen ausgehend, beleuchtet das Theater Plan B den Kosmos des Theaterschaffens, der einerseits aufgeladen ist mit hehren kunstelitären Ansprüchen, andererseits immer mehr abhängig ist von den marktwirtschaftlichen Gesetzen einee mehr zählen als Alter, Erfahrung und Gelassenheit. Der entscheidende Marktvor Leistungsgesellschaft, in der Jugend, Kraft, Hipness und Schönheit schon langrteil der Jugend liegt darin, dass die jungen Kräfte in Erwartung der großen Karriere dazu bereit sind, für wenig Geld rund um die Uhr zu arbeiten. Während in den Theaterbetrieben eine zunehmende Discounter‐Mentalität zu beobachten ist: Es wird versucht mangelnde Qualität (Erfahrung) durch Quantität (Arbeitseifer) wettzumachen. Den Alten droht dabei die Ausmusterung, sie gelten als zu teuer und zu wenig belastbar. Angesichts dieser ernüchternden Einsicht begibt sich das Theater Plan B auf den Prüfstand, bereit zum Leistungstest mit dem unbeugsamen Willen zur Selbst‐Optimierung – da geht

noch was!

 

Presse

 

Die Theatergruppe Plan B zieht blank: Nach 20 Jahren gemeinsamer Theaterarbeit treffen sich die drei Gruppenmitglieder Thomas Esser, Hartmut Fiegen und Karl-Heinz Ahlers und ihr Gast Andrea zum Felde auf der Bühne zur Bestandsaufnahme. Fragen wie: „Was haben wir erreicht?“ und „Wo wollten wir eigentlich mal hin?“ führen zu einer schonungslosen Selbstanalyse der Einstellungen, Lebensumstände und der eigenen Defizite. Aber auch die Mechanismen der Theaterszene werden auseinandergenommen: Wie muss man sich heute vermarkten, um erfolgreich zu sein? Auf einem Arbeitsmarkt, der immer mehr Discounter-Mentalität, wie sie es nennen, entwickelt, und wo Erscheinungsbild, Belastbarkeit und Hipness ein Teil des Kunstwertes sind. Wo bitte bleibt da Platz, um in Würde zu altern?

Plan B inszeniert seine Marketing-Analyse im Rahmen einer gespielten Stückentwicklung auf der Bühne. Mit eisernem Willen zur Selbst-Optimierung zieht die Gruppe alle Register der Selbstvermarktung: vom Schönheitschirurgen, der das Optimierungs-Potential mit einem Edding direkt auf dem alternden Körper markiert, bis zur Frage an das Publikum: „Was erwartet ihr eigentlich?“ Sich anbiedern kann schließlich nie schaden. Oft wirkt ihr Spiel wie improvisiert, das ist es aber nicht, und genau diese Authentizität ist die Stärke der Gruppe. Ebenso der böse Humor und die Selbstironie, mit der sie sich selbst und die Theaterszene hinterfragen um einen Weg zu finden, der ihnen entspricht. Denn neben der ganzen Erfolgs-, Profilierungs- und Selbstsucht ist offenbar kein Platz für: Alter, Gelassenheit und Erfahrung.

„theatralisch“, Heft 03/15

"Dieser Theaterabend ist eine Kampfansage. (...) Eine Sektion der freien Theaterszene. Das ist mal ein Statement! (...) Theater Plan B legt mit sauberen Schnitten die Wunden seiner Theaterarbeit frei. Die große Frage: Avantgarde und gutes Leben - geht das zusammen? Die Freie Theatergruppe macht sich ehrlich mit diesem Abend im theo des TfN. Und das ist eine ungewöhnliche, eine positive Bilanz."

"Hildesheimer Allgemeine Zeitung", 12.01.2015