Theater Fata Morgana -
"Der Umbrella Code" – zurück zur Arbeit

Theater Fata Morgana - Der Teufel mit den drei goldenen Haaren

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Der Umbrella Code
Ein Theaterstück über Verfolgung und Widerstand der Swing-Jugend im Nationalsozialismus.

Regie: Karl-Heinz Ahlers
Darsteller: Andrea zum Felde, Thomas Esser
und Hartmut Fiegen
Musik: Thomas Esser, Chris Weinheimer
Bühne & Kostüm:
Katharina Philipp
Video: Jürgen Salzmann
Dramaturgie: Chris Weinheimer
Grafik und Illustration: Andreas Lippelt
Fotografie: Andreas Hartmann
Premiere: 16.04.2015 - TfN – Hildesheim




Inhalt:

Hamburg im Jahr 1939: Hans, Marie und Freddy sind keine normalen Jugendlichen. Wenn sie sich nach der Schule treffen, fachsimpeln sie über Swing-Schallplatten und die neusten Trends aus England und den USA. Denn sie lieben den Jazz in einer Zeit, in der ganz Deutschland im Gleichschritt der Katastrophe entgegen marschiert und Querdenker nicht geduldet werden.

 

Mit Mut und Leidenschaft untergraben sie den Stumpfsinn einer Nazi-Ideologie, die alles Andersartige als undeutsch und entartet verfolgt. Während die Mehrzahl ihrer Mitschüler an den Lagerfeuern der Hitlerjugend Volkslieder schmettert, lauschen Hans, Marie, Freddy und ihresgleichen den britischen „Feindsendern“. Sie bezeichnen sich als „Swing Kids“ und sind Teil einer Jugendbewegung, die ein geheimes Netzwerk von Jazz-Liebhabern in ganz Nazi-Deutschland unterhält. Dabei geht es ihnen eigentlich gar nicht um die direkte Bekämpfung der Diktatur - was sie verbindet ist die pure Freude am Swing und das tiefe Bedürfnis sich diesem jugendlichen Lebensgefühl von Freiheit und Ausgelassenheit hingeben zu wollen. Das geheime Erkennungszeichen der „Swing Kids“ ist der stets geschlossen über dem Arm getragene Regenschirm als Bekenntnis zur angloamerikanischen Lebensart. Ihre Umwelt irritieren sie durch ihre betont (nach)lässige Kleidung, mit der sie sich von der braunen Uniformität der Hitlerjugend abgrenzen. Auf ihren tragbaren Plattenspielern spielen sie die neusten Scheiben von Duke Ellington und Louis Armstrong und provozieren ihre strammdeutschen Nachbarn durch besonders riskantes öffentliches Hören in Parks, Freibädern oder Straßenbahnen – immer bereit zur wilden Flucht, sobald sich ein NS-Scherge nähert. Doch eines Tages geht Freddy zu weit...

 

Eine Stückentwicklung von Karl-Heinz Ahlers, Thomas Esser, Hartmut Fiegen und Andrea zum Felde. 


Wer den Swing in sich hat, ob er im Saal steht oder auf der Bühne, kann nicht mehr im Gleichschritt marschieren.“

(Coco Schumann, jüdischer Jazz-Musiker)

 

Presse

„1939. ‚Der Umbrella Code’, ein Jugendtheaterstück ab 12 Jahren über Rebellion und Repression im Dritten Reich, ist wie gemacht für Theater Fata Morgana. Kein Wunder, Regisseur Karl-Heinz Ahlers hat mit Chris Weinheimer, dem Dramaturgen, die Geschichte zusammengetragen, Texte verfasst. Und, nicht zuletzt, dem Swing, Swing, Swing dieser Epoche nachgelauscht – dem heißen Atem der Jugendbewegung. […] Ja, die Helden in diesem Jugendstück haben, was Sigmund Freud einst forderte: eine Allergie gegen den Totalitarismus. Oder anders ausgedrückt: Geschmack. Deshalb gibt es durchaus Gründe, dass Katharina Philipp die 30er-Jahrein Bühnenbild und Kostümen fast naturalistisch nachzeichnet. […] So wird in diesem Jugendstück Geschichte ganz beiläufig zum Leben erweckt. Aber trotz aller Akribie: ‚Der Umbrella Code’ bleibt natürlich ein Märchen des Widerstands. Nur wenige waren in dieser Zeit so tänzerisch, elegant und standfest wie Marie, Freddy und Hans. Noch weniger überlebten ihren Mut. Und doch, das ist die Pointe dieses Theaterabends, der Swing überdauerte das Tausendjährige Reich spielend. Jugendlich, großzügig, voller Übermut – auch das hat viel mit Stil zu tun.“

Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 18.April 2015